Wurftagebuch

 

Am 06.07.2012 hat Amy 7 süße kleine Welpen zur Welt gebracht :)

6 Rüden und eine bezaubernde Hündin.

Sie kümmert sich hervorragend um die Kleinen und ist selber auch putzmunter. Wir hoffen alle, dass sich alles weiterhin gut entwickelt und freuen uns auf die nächsten 8 Wochen.

 

08:50 Uhr: Rüde Petrol

09:10 Uhr: Rüde Pink (wir haben die ersten 5 Tage gedacht, es ist eine Hündin.. da haben uns die Augen wohl einen Streich gespielt)

09:25 Uhr: Rüde schwarz

09:40 Uhr: Hündin Rosa

10:15 Uhr: Rüde grün

10:55 Uhr: Rüde hellblau

12:10 Uhr: Rüde gelb

 

Ein großes Dankeschön an Anke Steinkrüger, ohne sie die Geburt wahrscheinlich niemals so gut abgelaufen wäre :)

 

INFO: Langes Beobachten der Welpen und durch Kennenlernen der zukünftgen Besitzer, werden wir uns bemühen, den richten Welpen für seine Familie zu finden. Eine Auswahl durch den zukünftigen Besitzer ist nicht möglich. Ein Auswahlkriterium ist für uns u.a. der sogenannte Welpentest, der in der siebten Woche durchgeführt wird und das Wesen eines Welpen genauer beschreibt.

 

Fotos findet ihr unter 1. Woche, 2. Woche etc. :)

 

„Riegers und die 7 Zwerge“

Carina hatte sich durchgesetzt. Sie hatte uns alle davon überzeugt, dass 2012 genau der richtige Zeitpunkt ist, mit Amy zu züchten und dass wir unbedingt alle einen zweiten Hund in der Familie haben wollten.

Nun denn.

Carina ging auch mit gewohnter Zielstrebigkeit und Durchsetzungsstärke ans Werk, absolvierte sämtliche Prüfungen; ließ Haus, Hof und Welpenzimmer begutachten und für tauglich einstufen und gründete den Zuchtstall „Follow the golden paw“. Hilfreiche Unterstützung bekam Carina nicht nur von Mutter und Schwester Diana sondern auch von Annette, die mit Amy und Carina fleißig trainierte und als seelischen Beistand mit Faro und Lilly (ihren Hunden) mit zu den Prüfungen kam.

Auch ein geeigneter Papa für unsere Nachkommen war schnell gefunden, in Chinnordale Skydiver, der uns um Charme und Schönheit gerade umhaute und überzeugte.

Jetzt kommt Amy ins Spiel. Amy hat in allem perfekt agiert und reagiert. Erst haben wir gehofft, dass Amy frühzeitig läufig wird, damit wir nach erfolgtem Deckakt noch in den Skiurlaub konnten. Amy wurde nicht läufig, wir fuhren in den Skiurlaub… Da passierte Carinas Ski-Unfall und wir waren sehr glücklich, dass die Läufigkeit tatsächlich erst im April einsetzte als Carina schon wieder etwas mobiler war. Zu dem korrekt richtigen Deckzeitpunkt war Carina schon wieder in der Lage, selbst mit ihrem Hund nach Belgien zu fahren.

Auch der dann anvisierte Geburtstermin kam allen terminlich sehr entgegen. Diana war rechtzeitig von Ihrer USA-Reise zurück. Der Termin fiel in die weniger arbeitsintensive Sommerzeit, so dass auch Conny Urlaub nehmen konnte und pünktlich Anfang Juli stand tatsächlich alles bereit.

Carina hatte Welpenzimmer mit Wurfkiste, 25.000 Geburtshilfe-Utensilien beschafft, sämtliche Familienmitglieder hatten Berge von Zeitungen und alten Handtüchern gesammelt und gereinigt abgeliefert und alles starrte gebannt auf Amys wachsenden Bauch.

Sämtliche verfügbaren Bücher über Hundezucht und Geburten waren gelesen und der Inhalt gelernt, oft genug hatte Carina seufzend gezweifelt : „Was hab ich nur meiner Amy angetan? Wenn etwas schief geht…“

Kurz vor dem ausgerechneten Termin gab auch noch die Waschmaschine ihren Geist auf; eine Katastrophe bei der bevorstehenden Wäscheflut . Aber auch die Maschine war rechtzeitig wieder im Stand-By-Modus.

Amy wurde sonntags vor dem ausgerechneten Geburtstermin genau gebrieft : „Bitte bekomm die Babies ab Donnerstagabend, denn am kommenden Samstag muss Diana zu einer Hochzeit, Carina will am Wochenende zur Kirmes, Anke fährt Sonntags in den Urlaub, Annette hat ein Sommerfest usw.“

So gut instruiert fing Amy dann tatsächlich pünktlich abends am Donnerstag, den 05.07.2012 an, unruhig zu werden. Diana und Carina noch unruhiger. Die darauffolgende Nacht verlief quasi ohne Schlaf und am Freitagmorgen um 5 Uhr saß die gesamte Familie händeringend um Amy herum. Diese hatte sich auf einer – eigentlich für die Menschen  - ausgelegten Matraze mit Conny’s Yoga-Wolldecke bequem gemacht. Dort - auf der Yoga-Decke - sind fast alle Welpen geboren.

Fragen standen im Raum: Sind das jetzt Eröffnungswehen? Sind das Presswehen? Was ist da eigentlich los?  Dumm gelaufen – wir hatten alle noch keine Hundegeburt miterlebt.

Und auch Connys Kompetenz als Mutter erwies sich hier  als wenig hilfreich. Unser  Retter in der Not war Anke, die rechtzeitig erschien, um uns die entscheidenden Tipps zu geben und Amy bei der Geburt beizustehen.

Um 8:50 Uhr war es dann endlich soweit: der erste Rüde erblickte das Licht der Welt. Dann muss alles ganz schnell gehen: Nachgeburt prüfen, abnabeln, Welpen rubbeln und ggf. Fruchtwasser absaugen, anlegen, wiegen, mit Bändchen versehen, alles protokollieren, natürlich immer weiter um Amy besorgt sein, kümmern und dann schon, ehe man sich versieht: der Nächste, bitte. Die ersten sechs Welpen kamen im Abstand von jeweils nur 20 bis 30 Minuten, Nr.6 sogar aus Steißlage.  Das Team arbeitete angespannt. Alex übernahm die ihm vertraute Rolle als Caterer und versorgte die Truppe laufend mit  Kaffee und Brötchen. Annette behielt die bereit Geborenen Welpen im warmen Korb im Auge, Conny, Carina und Diana kümmerten sich um Amy und handelten nach Anke's Anweisungen.

Während die Neugeborenen sicher im vorgewärmten Korb lagen, konnte man nur mutmaßen, wem es schlechter ging: Amy oder Diana und Carina, die um den Hund besorgt und deshalb höchst angespannt waren. Glücklicherweise behielt wenigstens Anke bis zuletzt  Ruhe und Überblick, sagte alle ihre Termine im Büro ab und verhalf auch dem letzten, sich quer stellenden und schwersten Rüden nach einer Stunde Kampf ans Licht der Welt.

Unnötig zu sagen, dass alle Beteiligten danach völlig platt, aber glücklich da saßen und das Wunder der sieben krabbelnden Zwerge betrachteten. Die erste Diagnose ergab 5:2; 5 Jungs, 2 Mädels. Die Kleinen wurden zunächst nach Ihren Farbbändchen benannt, nur der Letztgeborene hatte sofort seinen Spitznamen weg: Vodka. Bei dem Versuch, ihn wiederzubeleben, hatten nämlich die Rescue Globuli kläglich versagt und Diana musste doch zur Vodka-Flasche greifen, um seine Zunge damit zu beträufeln.

Nur langsam kehrt jetzt Routine in die Welpenaufzucht ein. Carina führt ein strenges Regiment: Fremde dürfen die ersten 14 Tage gar nicht kommen. Alle Familienmitglieder sind aufgerufen, sich ständig zu desinfizieren, Schuhe auszuziehen, am besten OP-Kleidung und Häubchen zu tragen und die Hundefamilie möglichst wenig zu stören. Die Einzige, die sich immer wieder und mit größter Genugtuung schmutzig machen darf, ist Amy. Die geht nämlich alle paar Stunden zu Ihren gebuddelten Höhlen und schaut dort nach dem Rechten, was jedes Mal eine Raumreinigungs- und Desinfektionsaktion zur Folge hat.

Apropos Ruhe : bei genauer Betrachtung stellte sich nach 5 Tagen ein folgenschwerer Irrtum heraus : Miss Pinky  ist gar keine Lady sondern ein Kerl! Amy wollte wohl mit 6 Söhnen ein echtes Gegengewicht in unsere so frauendominierte Familie bringen. Wir hoffen, dass das Tragen eines pinken Bändchens bei dem Kleinen keine bleibenden psychischen Schäden hinterlassen hat.

Aber auch für Amy ist das Leben als Mutter nicht gerade einfach: die Kleinen haben wirklich außer Trinken nichts im Sinn. Die Saufgelage an der Milchbar werden nur von kurzen Verschnaufpausen unterbrochen, wenn die Müdigkeit die Zwerge übermannt und sie teilweise noch mit Zitze im Mäulchen in eine barmherzige Ohnmacht fallen. Übrigens : hier erkennt man die Darwinschen Regeln vom „survival of the fittest“ : Während die Augen noch geschlossen bleiben, sind die Mäulchen überdimensional gross im Vergleich zu ganzen Körper. Klar : Saugen ist lebenswichtig !

Häufig brechen  die Kleinen einfach plötzlich schlafend zusammen, auf dem Weg durch die Wurfkiste, auf allen Vieren robbend, entweder über oder unter ihren Geschwistern, auf der Mutter oder auch unter ihr eingeklemmt – ganz egal. Nach spätestens 10, 15 Minuten werden sie dann wieder wach, beginnen erbärmlich zu maunzen, von Bellen ist dieses Geräusch noch wirklich weit entfernt, und sich auf die Suche nach der nächsten Nahrungsquelle zu machen. (Übrigens am lautesten und jämmerlichsten quieken die Jungs, wie im Leben)

Am liebsten fallen sie dann in trauter Siebentracht gemeinsam über ihre Mutter her, bearbeiten deren Bauch und Zitzen mit den Vorderpfoten. Das Ganze sieht wirklich fast aus, wie ein Ameisenhaufen. Amy nimmt das alles mit Ruhe hin; gönnt sich nur gelegentliche Pausen zum Fressen; um dann sofort wieder zur Wurfkiste zu eilen.

Nach der ersten Woche sieht sie es schon etwas lockerer und verlässt die Wurfkiste auch um sich auf die kühlen Fliesen zu legen. Dort schläft sie tief und ungestört. Beim Spaziergang vergisst sie das Muttersein auch schon mal für eine halbe Stunde und apportiert fleißig oder wälzt sich auf den frischgemähten Wiesen.

Vielen Dank an alle, die uns bis hier hin so super unterstützt haben und wir freuen uns auf weitere 7 Wochen mit den Kleinen.


(Text von Conny, mit ein paar inhaltlichen Zusätzen von Diana und Carina)